Häufig gestellte Fragen zur Vasektomie

Hier sollen häufig gestellte Fragen zur Samenleiter-Unterbindung beantwortet werden. Sollten Sie die Antwort auf Ihre Frage vermissen, nutzen Sie bitte das Formular unter "Kontakt". Der medizinische betreuer dieser Seiten wird sich bemühen Ihre Frage zu beantworten.

Wer darf eine Vasektomie durchführen lassen?
Jeder volljährige Mann kann den Eingriff durchführen lassen. Da es sich aber um einen Eingriff handelt, der sich i.d.R. nicht rückgängig machen lässt, wird der ausführende Arzt normalerweise nachfragen, ob man die Vasektomie auch wirklich durchführen lassen will. Dies ist bei jungen Männern umso wichtiger, da sich gerade bei diesen im späteren Alter noch der Wunsch nach Kindern einstellen kann. Vor dem Eingriff ist wie bei jeder Operation eine Einverständniserklärung zu unterschreiben.

Wer hilft mir dabei die richtige Entscheidung zu treffen?
Zuerst sollte natürlich der Schritt mit der Partnerin besprochen werden. Zusammen mit ihr wägt man in der Regel die wichtigsten Punkte entsprechend ab. Ebenso hilft natürlich ein Beratungsgespräch mit dem entsprechenden Facharzt. Neben den vorab genannten Hilfen stehen natürlich auch Einrichtungen wie Pro Familia und diverse Foren im Internet (siehe den Bereich "Links") mit Rat und Tat zur Seite.

Wie sicher ist die Samenleiter-Unterbindung?
In aller Regel ist die Vasektomie eine der sichersten Methoden der Empfängnisverhütung. Es kann jedoch in sehr seltenen Fällen vorkommen, dass sich die Samenleiter nach der Durchtrennung wieder verbinden. Deshalb ist es ratsam für mindestens 3 Monate nach dem Eingriff zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen beim Geschlechtsverkehr zu ergreifen und nach diesem Zeitraum die Samenflüssigkeit durch den Facharzt auf Spermien untersuchen zu lassen. Diese Untersuchung sollte ca. 1 Jahr nach dem Eingriff nochmals vorgenommen werden, um auch absolut sicher zu gehen.

Kann die Vasektomie rückgängig gemacht werden?
Auf duese Frage erhält man stets unterschiedliche Antworten. Es handelt sich bei der Samenleiter-Unterbindung normalerweise um einen Eingriff der grundsätzlich nicht rückgängig gemacht werden kann. Natürlich ist jedoch die heute Mikrochirurgie dazu in der Lage, die Samenleiter wieder zu verbinden. Die Erfolgsaussichten hierbei liegen allerdings nicht bei 100%. Auch eine technisch erfolgreicher Refertilisierung kann keine Gewährleistung für die Zeugungsfähigkeit geben. Eine große Rolle spielt hierbei natürlich auch der Zeitpunkt der Vasektomie - je länger er zurückliegt, desto geringer die Aussichten auf die Wiedererlangung der Zeugungsfähigkeit. Die relativ hohen Kosten (ca. 5.000,00 EUR) für eine Refertilisierung werden ebenfalls nicht von der Krankenkasse übernommen.

Kann es bei oder nach dem Eingriff zu Komplikationen kommen?
WIe bei allen Operationen kann es natürlich auch bei einer Samenleiter-Unterbindung zu Komplikationen kommen. Dazu gehören neben den direkten Folgen durch den Eingriff (Blutergüsse <18%, Wundinfektionen <5%, Nebenhodenentzündungen <4%, Abszessbildung <5%) auch psychologische Nebenwirkungen, die aber eher selten auftreten.

Kommt es zu großen Schmerzen?
Ausser zwei kleinen Pieksern beim verabreichen der örtlichen Betäubung verläuft der Eingriff schmerzfrei. Für den Fall, dass nach dem Abklingen der Betäubung Schmerzen auftreten gibt der durchführende Arzt dem Patienten i.d.R. ein schmerzstillendes Mittel mit. Wie bei jeder Operation kann es auch bei der Vasektomie zu einer Entzündung der Wunden kommen (siehe die Frage nach den Komplikationen). In diesem Fall steht aber normalerweise der Facharzt mit Rat und Tat zur Seite.

Vasektomie/Kastration - worin liegt der Unterschied?
Bei der Kastration handelt es sich um die komplette Entfernung der Hoden. Dies hat natürlich Auswirkungen auf den Hormonhaushalt und es kommt i.d.R. zu "Nebenwirkungen" (Fettleibigkeit, Verlust der Libido, Veränderung der Behaarung etc.). Im Gegensatz dazu handelt es sich bei der Vasektomie/Sterilisation lediglich um die Durchtrennung der Samenleiter. Es kommt also zu keiner hormonellen Beeinflussung des Körpers.

Wie steht es um die Libido?
Da durch den Eingriff keine Folgen für den Hormonhaushalt auftreten kommt es zu keiner negativen Beeinträchtigung der Libido. Vielmehr kann man nach einer erfolgreichen Vasektomie den Geschlechtsakt mit dem jeweiligen Partner uneingeschränkt geniessen, da es zu keiner ungewollten Schwangerschaft kommen kann.
Was kostet der Eingriff?
In der Regel kostet der ambulante Eingriff, den die meisten Ärzte nur noch auf Privatrechnung ausführen, zwischen 300,00 EUR und 500,00 EUR. Man sollte unbedingt vorab Rücksprache mit seiner gesetzlichen Krankenkasse halten, um evtl. eine anteilige Kostenübernahme abzuklären. Bei den privaten Krankenversicherungen ist je nach den Vertragsbedingungen die Übernahme der Kosten möglich. Auch hier sollte man sich vor dem Eingriff entsprechend erkundigen.

Muss ich ins Krankenhaus?
Normalerweise wird der Eingriff ambulant durch einen niedergelassenen Urologen durchgeführt. Welcher am Ort ansässige Urologe den Eingriff vornimmt erfragt man am besten vorab telefonisch. Man kann sich natürlich auch jederzeit an entsprechende Beratungsstellen (Pro Familia) oder die zuständigen Ärztekammern wenden.